Im Kern entspricht dieses Verständnis dem Selbstverständnis der Sozialen Arbeit: Sie gründet auf der Achtung der Menschenwürde, dem Einsatz für soziale Gerechtigkeit und der aktiven Beteiligung von Gemeinschaften. Wo Ausgrenzung, Misstrauen und Polarisierung zunehmen, setzt Soziale Arbeit bewusst auf Beziehungsarbeit, Dialog und Empowerment. Sie stärkt marginalisierte Stimmen, fördert Teilhabe und trägt dazu bei, gesellschaftliche Brücken über soziale, kulturelle und politische Grenzen hinweg neu zu bauen.
Die bewusste Bezugnahme auf „Harambee“ im Rahmen des diesjährigen WSWD ist daher mehr als symbolisch. Wörtlich bedeutet der Begriff „zusammenziehen“ oder „Alle für Eine*n“ und steht in Kenia und vielen Teilen Afrikas seit Generationen für gemeinschaftliche Selbsthilfe und kollektive Entwicklung. Über seine praktische Bedeutung hinaus verkörpert Harambee eine Haltung geteilter Verantwortung, in der jede und jede*r einen Beitrag zum Gemeinwohl leistet. Damit ergänzt es die Ubuntu-Philosophie – „Ich bin, weil wir sind“ – um einen klaren Fokus auf gemeinsames Handeln und ko-kreative Lösungen.
Der World Social Work Day 2026 ruft Sozialarbeiter*innen, politische Entscheidungsträger*innen, Institutionen und die Zivilgesellschaft weltweit dazu auf, Hoffnung und gesellschaftlichen Zusammenhalt aktiv mitzugestalten. Er fordert einen Perspektivwechsel: Weg vom isolierten Einzelfall hin zu echter Solidarität und strukturellem Wandel und weg von Trennung hin zu Verbundenheit. Frieden wird dabei nicht nur als Abwesenheit von Gewalt verstanden, sondern als Vorhandensein von Gerechtigkeit, Teilhabe und Chancen für alle.
So wird der WSWD 2026 zu einem globalen Appell, gesellschaftliche Spaltungen zu überwinden, Resilienz zu stärken und eine gerechtere sowie nachhaltigere Zukunft zu gestalten. Denn die großen Herausforderungen unserer Zeit – ob Krieg, soziale Ungleichheit oder ökologische Krisen – lassen sich nicht allein bewältigen. Hoffnung und Harmonie entstehen nur dort, wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Oder, wie es ein kenianisches Sprichwort ausdrückt: „Ein Bündel Stöcke ist unzerbrechlich.“ In diesem Sinne erinnert Harambee daran, dass gemeinsames Handeln Stärke verleiht – und dass die Vision von Gerechtigkeit, Frieden und Würde für alle erreichbar ist, wenn wir zusammen daran ziehen.
(Quelltext ist die Beschreibung des IFSW zum diesjährigen WSWD, die hier zu finden ist.)
Das Motto wurde mit den Kolleg*innen des obds (Österreich) und AvenirSocial (Schweiz) übersetzt.