In tiefer Trauer und Bestürzung: Unsere Haltung zu den Ereignissen in Stade
Die unfassbare Tragödie in Stade, bei der sechs unserer Kolleg*innen gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden, hinterlässt uns in tiefer Bestürzung und Trauer. Unsere Gedanken, unser Mitgefühl und unsere uneingeschränkte Solidarität gelten in diesen schweren Stunden den Angehörigen, den Freund*innen und Teams vor Ort.
Uns erreichen derzeit viele Fragen zu den Hintergünden, aber auch zu den Konsequenzen für unsere Profession. Das beschäftigt uns seitdem, vor allem die Art der Medienanfragen und Berichterstattung. Wir haben uns hierzu in den letzten Tagen verständigt und möchten in dieser Ausnahmesituation unsere Haltung darlegen:
- Raum für Trauer statt vorschneller Debatten:
Ein Ereignis dieses Ausmaßes verlangt von uns allen das Innehalten. Es ist jetzt nicht die Zeit für politische Forderungen, pauschale Urteile oder voreilige strukturelle Diskussionen. Was die Betroffenen und unsere Berufsgruppe jetzt am dringendsten benötigen, sind Schutz, psychosoziale Unterstützung und der Raum, das Unfassbare gemeinsam zu verarbeiten.
- Vertrauen in die Ermittlungsbehörden:
Die lückenlose Aufklärung des Tathergangs und der Motive liegt vollumfänglich in den Händen der Polizei und der Staatsanwaltschaft. Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen. Jede Mutmaßung beschädigt die sachliche Aufarbeitung und verletzt die Würde der Opfer.
- Zusammenhalt in der Sozialen Arbeit:
Unsere Profession basiert auf einem solidarischen, humanistischen Menschenbild und auf Beziehungsarbeit – auch in hochkomplexen Lebenslagen. In diesem Geist des Miteinanders stehen wir jetzt als Gemeinschaft fest zusammen.
Wir werden die Entwicklungen aufmerksam und besonnen begleiten. Für Debatten über notwendige strukturelle Konsequenzen und den Schutz von Sozialarbeitenden wird die Zeit kommen – dann, wenn gesicherte Erkenntnisse der Behörden vorliegen. Jetzt gilt unsere ganze Aufmerksamkeit den Menschen, die diesen unermesslichen Verlust tragen müssen.
Hinweis für Medienvertreter*innen:
Alle Presseanfragen werden ausschließlich zentral über unsere Pressestelle koordiniert.
- Kontakt Pressestelle: Johanna Klauck unter presse(at)dbsh(dot)net
Umgang mit der Presse
Mit großer Sorge beobachten wir Teile der aktuellen Medienanfragen und Berichterstattung rund um die Ereignisse in Stade. Dies beschäftigt uns im Vorstand, besonders weil uns am Dienstag nur wenig Zeit blieb, um zu entscheiden, wie wir mit den diversen Medienanfragen umgehen. Wir hatten erwägt, vorerst keine Presseanfragen zu beantworten, allerdings ließen die Art und der Inhalt der Anfragen bereits vermuten, welche Schwerpunkte die Presseartikel haben würden.
Wir entschieden uns für die Bearbeitung der Presseanfragen, um den Fokus von Mutmaßungen, Verallgemeinerungen und Forderungen weg zu lenken.
In einer Situation, die von tiefem menschlichen Leid geprägt ist, weisen wir Versuche, diese Tragödie für reißerische Schlagzeilen, haltlose Spekulationen oder die öffentliche Inszenierung von Betroffenheit zu instrumentalisieren, entschieden zurück. Wir appellieren eindringlich an die redaktionelle Verantwortung und den Pressekodex: Der Schutz der Privatsphäre der Opfer, ihrer Angehörigen und der traumatisierten Teams vor Ort muss zu jedem Zeitpunkt Vorrang vor dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit haben. Sensationsjournalismus verbietet sich an dieser Stelle von selbst; was es jetzt braucht, ist eine respektvolle, faktenbasierte und würdevolle Begleitung der Aufarbeitung.
Wir verweisen an dieser Stelle auf den Pressekodex:
Ziffer 8: Schutz der Persönlichkeit
Ziffer 11: Sensationsberichterstattung, Jugendschutz
Ziffer 12: Diskriminierungen
Landkreis
- 30.06.2026 | Landkreis Stade | Gewalttat in Stade: Statement von Landrat Kai Seefried
Land Niedersachsen
- nicht gefunden
Bundesebene
- 29.06.2026 | Bundeskanzler äußert sich auf der Plattform X
- 30.06.2026 | Bundespräsident: Statement auf Facebook und Instagram
[Nach unseren berufsethischen Grundsätzen unangemessene Pressestatements und Äußerungen geben wir hier nicht wieder]
DBSH
- 30.06.2026 | Stille. Fassung. Trauer. Heute trauern wir.
- 01.07.2026 | Pressemitteilung: Wir trauern um die Kolleg*innen in Stade
- 03.07.2026 | DBSH Sonderseite veröffentlicht
IFSW Europe
Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendhilfe
dbb beamtenbund und tarifunion
Im folgenden führen wir eine Übersicht der Medienberichterstattung auf.
Tagesschau
- 02.07.2026 | Nach Schüssen in Stade: "Lange Nacht" wird zum "Abend der Begegnung"
- 02.07.2026 | Sechs Menschen in Stade getötet: Streit um Umgangsrecht vor der Tat
- 02.07.2026 | Schüsse in Stade: Was über die Gewalttat bekannt ist - ein Überblick
- 02.07.2026 | Fall Stade: SPD-Politiker legt familiäre Verbindung offen
- 02.07.2026 | Tödliche Schüsse in Stade: Verdächtiger soll Waffe eine Woche vor Tat gekauft haben
- 02.07.2026 | Region Hannover: Krisenstab organisiert Hilfe für Mitarbeiter
NDR
- 01.07.2026 | Gewaltprävention: "Mehr Zeit und Personal statt mehr Security" | Interview mit dem DBSH
- 02.07.2026 | Schüsse in Stade: Was über die Gewalttat bekannt ist - ein Überblick
- 02.07.2026 | Fall Stade: SPD-Politiker legt familiäre Verbindung offen
- 02.07.2026 | Tödliche Schüsse in Stade: Verdächtiger soll Waffe eine Woche vor Tat gekauft haben
- 02.07.2026 | Region Hannover: Krisenstab organisiert Hilfe für Mitarbeiter
rbb24
- 01.07.2026 | "Gewalt, wie sie in Stade passiert ist, ist neu"
- 01.07.2026 | Verdächtiger im Fall Stade soll Waffe in Berlin gekauft haben
Deutschlandfunk
- 29.06.2026 | Fünf Tote bei Schüssen in Stade
- 29.06.2026 | Sechs Tote bei Angriff: Vermutlich familiärer Hintergrund
- 30.06.2026 | Angriff in Jugendhilfeeinrichtung: Bundesweites Entsetzen nach Tat mit sechs Toten
- 30.06.2026 | Andacht in der St.-Wilhadi-Kirche nach Angriff mit sechs Toten – Haftbefehl erlassen
- 02.07.2026 | Angriff in Jugendhilfeeinrichtung: Bundesweites Entsetzen nach Tat mit sechs Toten
taz
- 29.06.2026 | Motiv für Tode in Stade vermutlich Sorgerechtsstreit
- 29.06.2026 | Rechte Hetze nach Schüssen in Stade
- 30.06.2026 | Auf Mitarbeiter*innen des Jugendamts gezielt
- 01.07.2026 | „Hunde, die bellen, beißen oft“
- 01.07.2026 | Mehr Schutz für Sozialarbeiter:innen gefordert
- 01.07.2026 | Was wir aus Stade lernen sollten
Spiegel
- 29.06.2026 | Fünf Tote nach Schüssen in Stade
- 29.06.2026 | Tote nach Schüssen in Stade – Tat hatte wohl privaten Hintergrund
- 29.06.2026 | Was geschah in Stade?
- 29.06.2026 | Das sagen die Ermittler über die tödlichen Schüsse in Stade
- 30.06.2026 | Polizei spricht von Sorgerechtsstreit als mutmaßlichem Tathintergrund
- 30.06.2026 | Sechs Menschen sterben. Es bleibt die Frage: Warum?
- 30.06.2026 | Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes gegen Tatverdächtigen erlassen
- 01.07.2026 | Gewerkschaft drängt nach Amoktat in Stade auf besseren Schutz für Helfer
Die Zeit
- 29.06.2026 | Fünf Tote nach Schüssen in Jugendeinrichtung in Stade
- 29.06.2026 | Was über die Schüsse in einer Jugendeinrichtung in Stade bekannt ist
- 30.06.2026 | Merz zeigt sich nach Schusswaffenangriff »erschüttert bis ins Mark«
- 30.06.2026 | »Was die gesehen haben, hinterlässt Spuren«
- 30.06.2026 | Sechs Tote in Jugendhilfeeinrichtung in Stade
- 30.06.2026 | Mutmaßlicher Täter aus Stade soll Tochter geschüttelt haben
- 30.06.2026 | »Sie fühlen sich durch die Trennung um ihre Anspruchshaltung betrogen«
- 30.06.2026 | Amtsgericht erlässt nach Schüssen in Stade Haftbefehl wegen Mordes
- 01.07.2026 | Gewalt als Berufsrisiko
- 01.07.2026 | Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen gegen Schützen von Stade
FAZ
- 30.06.2026 | „Mitarbeiter in der Jugendhilfe sind oft Ziel von Gewalt“
- 30.06.2026 | Amok gegen die Sozialarbeit
- 01.07.2026 | Was führte zu den tödlichen Schüssen in Stade?
Welt
Weitere Medienberichte
- 01.07.2026 | rp online | Sechs Tote nach SchüssenGewalttat in Stade löst Debatte über Schutz von Sozialarbeitern aus