Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V.

Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Stand Mai 2020
Verfasst von: Anne Klotz

Durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) werden die Antidiskriminierungsrichtlinien der Europäischen Kommission umgesetzt.  Ziel ist es, Diskriminierung aufgrund von Alter, Behinderungen, chronischen Krankheiten, Ethnischer Herkunft, Rassismus, Geschlecht, Religion, Weltanschauungen oder sexueller Identität zu verhindern oder zu beseitigen.1 Solche Merkmale, die soziale Ungleichheit produzieren, sind unter dem Begriff „Diversity“ oder „Diversität“ zusammengefasst.

In der Sozialen Arbeit geht der Begriff der Diversity über die beschreibende Dimension hinaus und hebt die sich aus der Differenzierung ergebenden hierarchischen Strukturen innerhalb der Gesellschaft hervor.2 Der Umgang mit Vielfalt ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil des Alltags aller Sozialarbeiter*innen, die Achtung und Förderung der Vielfalt und Diversity gehört zu den ethischen Grundlagen der Sozialen Arbeit.3 In Bezug auf die Soziale Arbeit muss zu dem AGG angemerkt werden, dass in diesem die soziale Herkunft (noch) keine Berücksichtigung als Diskriminierungsmerkmal findet. Für die Soziale Arbeit stellt die soziale Herkunft dennoch ein zu beachtendes Diskriminierungsmerkmal dar. 

Häufig findet eine Mehrfachdiskriminierung der betreffenden Personen statt. Eine intersektionale Perspektive zeigt dabei auf, dass sich unterschiedliche Formen der Diskriminierung nicht einfach aneinanderreihen lassen, sondern in ihren Wechselwirkungen miteinander verflochten sind.  Innerhalb des Konzeptes der Intersektionalität werden alle Benachteiligungsverhältnisse berücksichtigt, die mit einem einzigem, alleinstehendem Diskriminierungsmerkmal nicht erklärbar sind. Wird Diskriminierung oder Benachteiligung aufgrund von addierten Diskriminierungsmerkmalen erfahren, ergibt dies eine eigene, zusammen zu betrachtende Diskriminierungserfahrung. Für das Handeln in der Sozialen Arbeit ist dieser Ansatz von besonderem Interesse, da Fachkräfte lernen und erkennen können, wie verschiedene Diskriminierungsformen zusammenhängen und mit diesem Wissen einer Mehrfachdiskriminierung gezielt entgegenwirken können.4

Quellen:
1https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/Home/home_node.html
2https://mywiki.leuphana.de/pages/viewpage.action?pageId=13406102
3Berufsethik, vgl. S.24, S. 29, 2014
4https://mywiki.leuphana.de/pages/viewpage.action?pageId=13406233


Für weitere Informationen und Hilfsangebote:

Antidiskriminierungsstelle des Bundes

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