Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V.

Nicole Plettau

Kandidatur als stellvertretende Bundesvorsitzende

Liebe Kolleg*innen,

die Soziale Arbeit hat eine starke Stimme verdient. In den letzten vier Jahren Vorstandsarbeit habe ich einen fundierten Einblick in unseren Verband erhalten. Ich konnte wichtige Themen bewegen und ich stelle fest, dass enormes Potential im DBSH vorhanden ist. Das ist auch der Grund, warum ich mich seit 2012 kontinuierlich engagiere. Mein Name ist Nicole Plettau, ich bin seit 2016 Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand und Vorsitzende der Nachwuchsorganisation im DBSH. Ich bewerbe mich für die kommende Amtszeit als 2. Vorsitzende im Geschäftsführenden Vorstand, weil ich drei Dinge voranbringen möchte: ich werde den Bereich Tarif stärken, Innovationen einen festen Platz geben und vor allem unser ehrenamtliches Engagement auf die nächste Stufe heben.

Wie kommt es, dass ich mich heute für dieses Amt bewerbe? Ich erinnere mich noch gut an das erste bundesweite Treffen junger Mitglieder im Jahr 2012. Dieses inspirierende und visionäre Treffen hat mich Teil von etwas werden lassen, was ich mir damals noch gar nicht vorstellen konnte. „Wir brauchen Aktivengruppen an allen Hochschulen, wo Soziale Arbeit gelehrt wird!“ war ein Teil unserer Vision. Wir wollten zukünftige Fachkräfte stärken und diese mit dem Thema Interessenvertretung und dem DBSH in Kontakt bringen. Dass wir im Jungen DBSH seither 20 lokale Hochschulgruppen gegründet haben, begeistert mich und ist nur durch das herausragende Engagement der Aktiven vor Ort möglich. Erfreulicherweise sehen wir unser Engagement in den Mitgliederzahlen bestätigt: Wir haben aktuell den stärksten Zuwachs an Neumitgliedern im Alter von 20 bis 35 Jahren! Gerade hierfür habe ich mich in den letzten vier Jahren mit dem Leitungsteam im Jungen DBSH stark gemacht – mit regelmäßigen Vernetzungstreffen, neuen Materialien und Organisationsformen und einer stetigen Begleitung von neuen und etablierten Aktivengruppen.

Genau diese Stärkung benötigen wir nun auch im Gesamtverband. Wir brauchen im Bereich Tarif und Mitbestimmung gute Voraussetzungen und öffentlichkeitswirksame Aktionen, um unsere Forderungen zu platzieren. In der Jugendvertretung unserer Dachgewerkschaft dbb habe ich in den letzten vier Jahren genau hieran gearbeitet. Als Junger DBSH vertreten wir dort unsere Berufsgruppe und setzen uns für bessere Rahmenbedingungen und höhere Vergütung ein – zusätzlich ist unsere Expertise zu Themen aus der Sozialen Arbeit gefragt. Deshalb wirke ich dort seit 2017 in der Arbeitsgruppe Diversity mit, um die Themen Diversität und Antidiskriminierung innerhalb des dbb und auch in den anderen Fachgewerkschaften voran zu bringen. Hier können und müssen wir als Fachgewerkschaft der Sozialen Arbeit Impulsgeberin und professionelle Ansprechpartnerin sein.

Ein besonderes Anliegen ist mir außerdem die Förderung von Innovationen im DBSH. Unter unseren Mitgliedern sind viele hoch kompetente und ideenreiche Sozialarbeiter*innen, die sich gerne einbringen und seit 2016 tolle, neue Formate entwickelt haben: Jährlich finden vielfältige bundesweite Veranstaltungen zum Internationalen Tag der Sozialen Arbeit statt und der Junge DBSH ist heute in den sozialen Medien und in Videoformaten auf YouTube gut sichtbar. Die DBSH Summer School ist seit 2019 das neuartige Fortbildungs- und Vernetzungsangebot. Durch die Corona-Pandemie sind dieses Jahr eine spannende WebSeminar-Reihe und die bundesweite Fachkräftekampagne #dauerhaftsystemrelevant entstanden. Zuletzt ist der Junger DBSH Podcast erfolgreich online gegangen, der Themen aus der Sozialen Arbeit und Engagement im DBSH erfolgreich verknüpft.

Wir brauchen für die Förderung und Begleitung solcher Aktionen und Projekte einen zuverlässigen Rahmen und zwar nicht nur in der Jugend. Gute Voraussetzungen hierfür im Gesamtverband zu schaffen, ist mir ein wichtiges Ziel für das Wirken in der kommenden Amtszeit des Geschäftsführenden Vorstandes. So kann unsere Profession öffentlich an Profil gewinnen und wir den DBSH als solidarisches Netzwerk von Fachkräften entwickeln, die sich kollegial unterstützen und für die Aufwertung Sozialer Arbeit eintreten.

Vor allem – und das ist mir besonders wichtig – brauchen wir noch mehr Empowerment-Strategien für die Förderung von Engagement im DBSH. Eben diese zu entwickeln, zieht sich durch meine gesamte studentische und berufliche Laufbahn: Kurz nach Studienbeginn im Bachelor für Soziale Arbeit rief die damalige Studierendenvertretung der HAW Hamburg zum Bildungsstreik auf. Infolgedessen engagierte ich mich als AStA-Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Hochschulpolitik in den Hochschulgremien, mit öffentlichen Kampagnen und für die Gründung von politischen Hochschulgruppen. In einer Hamburger Beratungsstelle für Neuzugewanderte empowerten wir stetig Ratsuchende, Sprachkursteilnehmer*innen und Ehrenamtliche. Diese Stelle hat mich mit ihrem niedrigschwelligen Ansatz zur Stadtteil- und Antidiskriminierungsarbeit in meiner Haltung stark geprägt. Nach weiteren Erfahrungen in der stationären Jugendhilfe bin ich heute als Referentin für Überschuldungsprävention tätig. Hier begleite ich Fachkräfte in der konzeptionellen Weiterentwicklung ihrer Angebote und biete Fortbildungen zu den Themen Geld und Schulden an. Dabei liegen mir vor allem strukturelle Verbesserungen und ein starker Verbraucher*innenschutz am Herzen.

Ich sehe für den Verband eine großartige Zukunft vor uns und ich stelle mich zur Wahl, weil ich überzeugt bin, dass wir gemeinsam viel erreichen können. Meine drei wichtigsten Anliegen für die nächsten vier Jahre sind ein starker Tarifbereich, nachhaltige Innovationsfähigkeit und noch viel mehr Engagement in unserem Verband. Gerne bringe ich mich mit meiner Gestaltungsbereitschaft und Expertise ein, um das Potential und die Stärke unserer Selbstorganisation bestmöglich zu nutzen. Ich freue mich darauf, mich in Zukunft mit einem neuen Vorstandsteam für unseren Verband einzusetzen, um gemeinsam mit Euch der Sozialen Arbeit unsere Stimme zu geben.


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