Elternbildung - Zur Rückgewinnung der Elternkompetenz

Eltern haben Erfahrung, Kompetenz und Verantwortung -
Stärken wir Eltern und Kinder – machen wir sie Fit für’s Leben

Darstellung  einiger Elternbildungskonzepte aus Deutschland und den angrenzenden Ländern Österreich und den Niederlanden
Positionen der Bundesfachgruppe Jugendhilfe des DBSH


Die massiven Veränderungen in beinahe allen Lebensbereichen, der Verlustgesellschaftlicher Maßstäbe, das Fehlen neuer Orientierungen ist besonders für junge Menschen fatal, die einen Standort in der Gesellschaft suchen. So nimmt laut Ansicht der Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VAKJP) und Untersuchungen der “Shell-Studie” das Ausmaß der Gewalt von Kindern und Jugendlichen erschreckend zu.

Immer wieder wird in Öffentlichkeit und Politik den Eltern Schuld an den Problemen der Jugend und an den Schwierigkeiten, die junge Menschen der Gesellschaft zu bereiten scheinen, gegeben. Selbst wenn Kinder in der Schule versagen, neigen Lehrer und Schulverwaltung dazu, allein die Eltern verantwortlich zu machen. “Den Eltern wird an allem Schuld gegeben”, klagen Therapeuten angesichts der zunehmenden Zahl von Kindern und Jugendlichen, die schwerwiegende oder lähmende emotionale Probleme entwickeln, zu Rauschgiftsüchtigen werden oder Selbstmord begehen.
Doch was wird getan, um die Eltern dabei zu unterstützen, in der Kindererziehung erfolgreicher zu werden?

“Eltern werden beschuldigt, aber nicht geschult."

“Millionen neuer Mütter und Väter unternehmen jedes Jahr eine Arbeit, die zu den schwierigsten zählt, die jemand haben kann; sie bekommen ein Kind, einen kleinen Menschen, der fast vollkommen hilflos ist, und nehmen die volle Verantwortung für sein physisches und psychisches Wohl auf sich, um ihn zu erziehen, auf dass er ein produktiver, kooperativer und mitwirkender Bürger werde. Gibt es eine schwierigere und anspruchsvollere Aufgabe?  Wie viele Eltern aber sind dafür geschult?", fragt Thomas Gordon in seinem weltbekannten Buch zur „Familienkonferenz“.

Es scheint erforderlich, dass Eltern generell geholfen werden muss. Elternbildung als Pflichtaufgabe mit qualifizierten Wertmaßstäben auszubauen und die Angebote weiterzuentwickeln, ist eine aktuelle Aufgabe besonders auch für die Soziale Arbeit.
Für die Bundesfachgruppe Jugendhilfe im Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) hat der Grevenbroicher Diplom-Sozialarbeiter Peter Habura eine Ausarbeitung erstellt, die sich mit der Elternbildung und Erziehungshilfen befasst. Untersucht wurden verschiedene Elternbildungsprogrammen unterschiedlicher Veranstalter. Habura: „Die Anzahl von Anbietern ist riesig und  kaum zu übersehen. Wir haben uns deshalb nur auf bekannte und bereits seit langem bestehende Bildungsprogramme konzentriert“.

Genau hier setzt der das Ergebnis des Berichtes an, in dem sich die Bundesfachgruppe für eine Systematisierung von Elternbildungskonzepten ausspricht. Noch ist zu unbekannt  welche Wirksamkeit Elternbildungsprogramme bei den Eltern entfalten oder welche Qualitätsmerkmale zur Durchführung dieser Programme erforderlich sind. Habura: „Wir würden die Entwicklung solcher Wertungsmaßstäbe begrüßen“. Weitere Ergebnisse sind  die Forderung nach Vernetzung  und  Zusammenarbeit von Elternbildungsangeboten in den örtlichen Bereichen und Stadtteilen.

Von der Familienpolitik fordert die Arbeitsgruppe eine Aufwertung der Familienbildungsangebote: „Die bisherige freiwillige Verpflichtung der Städte und Gemeinden, Elternbildung anzubieten, muss zur gesetzlichen Pflicht werden.“

Mit dem Bericht zur Elterbildung ist zugleich ein Werk entstanden, das für Eltern wie auch beruflich Erziehende als Orientierung hilfreich ist, mögliche Qualitätsmerkmale benennt und entsprechende Quellen anbietet.

(Die Broschüre kann in der Bundesgeschäftsstelle bestellt werden, Online-Bestellung siehe am Ender der Seite)

Geleitwort der Vorsitzenden

Über die Hälfte der Mitglieder des DBSH sind in der Kinder- und Jugendhilfe beschäftigt. Für den DBSH ein zentraler Grund, eine entsprechende Bundesfachgruppe ins Leben zu rufen. Im Februar des Jahres 2002 trafen sich zum ersten Mal 25 Fachkolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Bundesländern, um unter dem Aspekt des gesellschaftlichen Wertewandels den eigenen Standort zu bestimmen, ihn deutlich zu machen und  Visionen  für die Jugendhilfe im DBSH zu entwickeln.

Der DBSH möchte durch die Bundesfachgruppe vor allem die PraktikerInnen der Jugendhilfe zu Wort kommen lassen, die ihr Augenmerk auf die täglichen Probleme und Konsequenzen richten, sowie Lösungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen erfassen, darstellen und nutzbar machen wollen.

Mit besonderer Aufmerksamkeit widmet sich die Bundesfachgruppe Jugendhilfe des DBSH der Wahrnehmung der Aufgaben in der Praxis vor dem Hintergrund des immer größer werdenden Sparzwangs der Kommunen und der Debatte um Effizienz und Qualität in der Sozialarbeit.

Recht bald kam eine der Arbeitsgruppen der Bundesfachgruppe zu dem Ergebnis, dass Familien bei der Bewältigung der komplexen Anforderungen an die Erziehung und Versorgung ihrer Kinder Unterstützung brauchen. Diese Arbeitsgruppe machte es sich zur Aufgabe, die Gründe dafür zu verdeutlichen und Hilfeangebote zu analysieren.

Es gelang, die vielfältigen Ansätze und Angebote im Bereich Elternbildung/Elternschule in ihren Kernaussagen zusammenzufassen und in der nun vorliegenden Ausarbeitung wiederzugeben. Obwohl eine vollständige Gesamtdarstellung bei der Fülle der parallel und divergierenden Aktivitäten der verschiedenen und unterschiedlichen Träger und in der Kürze der Zeit nicht möglich war, bestätigte sich leider die Annahme, dass Elternbildung/Elternschule alle Bevölkerungsschichten betrifft, Unterstützungsangebote jedoch im wesentlichen nur für den sogen. Mittelstand vorliegen.

Der Arbeitsgruppe ein herzliches Dankeschön, dass sie dieses zukunftsweisende Thema „Elternbildung/Elternschule" aufgegriffen hat.

Hille Gosejacob-Rolf
1. Bundesvorsitzende
Geschäftsführender Vorstand

Heidi Bauer-Felbel
Sprecherin der Bundesfachgruppe Jugendhilfe
Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand

 

 

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2. Auflage / zur Bestellung

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