Aktuelles aus dem DBSH |
Dashenka Tashkova – neue Präsidentin der FICE-International Am 6. Dezember 2010
wurde Frau Dashenka Tashkova aus Bulgarien in Kapstadt/Südafrika zur Präsidentin der FICE- International gewählt. Frau Dashenka Tashkova war 1998 eine Teilnehmerin des Internationalen Studienprogramms (ISP) der Regierung der Bundesrepublik
Deutschland. Heidi Bauer-Felbel, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes engagiert sich für den DBSH seit fast 20 Jahren im ISP- Beirat der
Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ für diesen Internationalen Fachkräfteaustausch. Die AGJ führt das Internationale Studienprogramm (ISP) seit 1975 im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend (BMFSFJ) durch. Es handelt sich um ein achtwöchiges Fortbildungsprogramm, das sich an ausländische ehren- bzw. hauptamtliche Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe und der sozialen Arbeit richtet. ( Frau Tashkova, Ihre Teilnahme am ISP- Programm liegt nun schon einige Jahre zurück. Was ist Ihnen aus dieser Zeit wichtig und in
Erinnerung geblieben? Das war der Beginn meiner beruflichen Entwicklung, hat aber auch eine Rolle für die Entwicklung der Sozialarbeit in Bulgarien gespielt. Aufgrund meiner Erfahrung und Sprachkenntnisse bekam ich
Kontakte zu nationalen und internationalen Organisationen der Sozialen Arbeit in denen ich mich engagierte. Anlässlich der dort stattfinden FICE- Weltkonferenz nahm ich an der Präsentation über das
Internationale Studienprogramm (ISP) der Arbeitsgemeinschaft für Kinder und Jugendhilfe (AGJ) durch Heidi Bauer-Felbel vom Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) teil. Ich war sehr stolz,
einmal eine Teilnehmerin in diesem Programm gewesen zu sein. Es ist sehr wichtig, dass es Menschen und Organisationen wie die AGJ gibt, die Programme für den internationalen
Erfahrungsaustausch in der Sozialen Arbeit durchführen. Dass ich den DBSH mit diesem Programm in Kapstadt traf, war eine große Freude für mich. Ich kann sagen, dass das ISP- Programm einen
wichtigen Beitrag dazu geleistet hat, dass ich heute Präsidentin der FICE- International bin und mich für die Rechte der Kinder in der Welt einsetzen kann. Ich bin dem DBSH sehr dankbar, dass er dieses
Programm bewirbt. Ich wünsche allen zukünftig teilnehmenden Fachkräften der Sozialen Arbeit am Internationalen Studienprogramms viel Erfolg. 14. Europäischer Abend: Wege aus der Armut gesucht Am 10. November lud der dbb, gemeinsam mit der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland und der Europa-Union Deutschland zum 14. Europäischen Abend ein, der unter dem Motto „Mehr als Hoffnung? Europas Wege aus der Armut“ stand. Die rund 150 TeilnehmerInnen
Die VertreterInnen der Politik dagegen diskutierten kontrovers über die Frage, wer denn für die Zunahme von Armut und Ausgrenzung verantwortlich sei. Lösungsvorschläge, wie denn B. Und so blieb der Konsens, dass man das Problem von Armut und Ausgrenzung auch nach Ablauf des europäischen Jahres lösen müsse, im Unverbindlichen.
DBSH auf dem ASD-Bundeskongress in Hamburg
Bereits in einer ersten Diskussionsrunde, an der Vertreter aus Politik, Behörden und Verbänden teilnahmen, konnte Michael Böwer (Fachbereichsleiter Kinder- und Jugendhilfe) für den DBSH Am zweiten Tag fand parallel zu diversen Workshops ein Markt der Möglichkeiten statt, bei dem auch
der DBSH mit einem Stand vertreten war. Im Rahmen dieser Veranstaltung fand ein sehr guter Austausch zwischen den Vertretern des DBSH mit Kongressteilnehmern und Vertretern aus Behörden
und Wissenschaft statt. Besonders hervorzuheben ist hierbei der Eindruck, dass der DBSH einen hohen Stellenwert in der Vertretung der Sozialarbeiter genießt und die beiden DBSH-Vertreter Andreas
Pilot und Florian Wolff (beide Hamburg, siehe Foto) am Stand mehrfach gebeten wurden, dass der DBSH noch häufiger Stellung zu Themen der Sozialen Arbeit bezieht. Es war allerdings auch zu
beobachten, dass gerade unter den jungen Sozialarbeitenden der DBSH eher unbekannt war. Als Fazit sollte hieraus eine stärkere Präsenz an den Hochschulen gezogen werden.
Eindrucksvoll war am letzten Tag bei der Abschlussrunde die Forderung von Uwe Rietz, dem Leiter des Fachamtes für Jugend- und Familienhilfe in Hamburg, dass die Mitarbeitenden im ASD nach TV-L
Stufe 11 bezahlt werden sollten. Diese Stufe zeige ein interner Vergleich mit Stellen, bei denen die Mitarbeitenden eine ähnliche Verantwortung in anderen Teilen der Verwaltung haben. Der
Landesverband Hamburg bedankt sich ausdrücklich für diese Aussage und schließt sich dieser Forderung an. Alles in allem war der Bundeskongress eine gute Veranstaltung mit mehr oder weniger interessanten
Vorträgen, aus denen hervorging, dass die Zeit des „Super-ASD noch kommen wird“ (so Prof. Thiersch). Dafür müssen Ressourcen und Netzwerke geschaffen werden, die derzeit nicht vorhanden
sind. Die Mitarbeitergewinnung ist zurzeit schwierig, da Verantwortung und Bezahlung eine große Diskrepanz aufweisen. Die zeitlichen Ressourcen Netzwerke zu schaffen gehen in dem täglichen
Fallgeschehen unter. Zudem müssen die fachlichen Standards der Mitarbeitenden kontinuierlich durch Fortbildungen erweitert werden. Die Erkenntnis aus einer der vorgestellten Studien war, dass fachliche
Sicherheit im Handeln eindeutig zum positiven Fallverlauf beiträgt. Als Konsequenz daraus ergeben sich für den Landesverband Hamburg für den ASD in Hamburg folgende Forderungen:
Andreas Pilot, Florian Wolff und Sigrun Zielke für den LV Hamburg Seminar zum Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Berlin 15 Funktionsträger des DBSH aus
verschiedenen Bundesländern fanden sich vom 1. bis zum 3. Oktober 2010 in Berlin zu einer Schulung im Rahmen des Zertifikatskurses „Verbandsmanagement“ zusammen. Inhalt des Seminars war eine Einführung in die Grundlagen der Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit. Viele der Teilnehmer hatten zuvor schon an weiteren Modulen des Kurses teilgenommen. Der DBSH bietet diese modulare Weiterbildung in Zusammenarbeit mit der Akademie des dbb (Deutscher
Beamtenbund) an. Mit dem Erwerb des
Neben dem zielgruppengerechten Einsatz von PR – Maßnahmen lernten die Funktionsträger, nach welchen Kriterien unterschiedliche Medien Nachrichten veröffentlichen und verfestigten gewonnenes
Wissen durch Übungen, Gruppenarbeit und Diskussionen. Christin Schörmann
Berufsverbände der Bodensee-Anrainer trafen sich in München Auf Anregung der Kolleginnen und Kollegen des Österreichischen und Schweizer Berufsverbandes trafen sich die Vorstände der Berufsverbände zu einem ersten Austausch in München. Aus der
Österreichischen und Schweizer Delegation war zu erfahren, dass es bereits in früheren Zeiten entsprechende Treffen gegeben hatte. In der Vorbereitungsgruppe wirkten neben Gabriele Stark-Angermeier für den DBSH aus dem
schweizerischen Berufsverband (avenirSocial) der Präsident Markus Jasinski sowie die Geschäftsführerin Abschließend kann festgestellt werden, dass alle Beteiligten das Treffen als rundum sehr positiv
bewertet haben. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle muss dem Organisationsteam ausgesprochen werden, dass die Veranstaltung hervorragend vorbereitet hat. Ein besonderes
Dankeschön gebührt an dieser Stelle Gabriele Stark-Angermeier. Neben der inhaltlichen Organisation sorgte sie vor Ort in München dafür, dass genügend Raum und Platz auch für den persönlichen Austausch zur Verfügung stand.
Die Gruppe kam sich überein, dass zukünftig im Abstand von mindestens zwei Jahren weitere Treffen der Gesamtgruppe erfolgen sollen – zwischenzeitlich soll dann in notwenigen Klein- und Arbeitsgruppen
an den Themen projektbezogen weitergearbeitet werden. Inwieweit ein Netzwerk „deutschsprachiger Raum“ dann über die Bodensee Anrainerstaaten hinaus erweitert werden kann und in welcher Form
wird die Zukunft zeigen. Der Beginn für die Entstehung des Netzwerkes wurde an diesem Wochenende vollzogen. Michael Leinenbach Durchblick im Tarifdschungel dank des Bundesvorsitzenden
Der DBSH Thüringen führte an der FH Jena in Kooperation mit dem Fachbereich Sozialwesen am 10. Juni die Veranstaltung „Wie wird Soziale Arbeit bezahlt? Der Weg durch den Tarifdschungel“ durch. Als
Referenten konnten wir unseren Bundesvorsitzenden Michael Leinenbach gewinnen. Die Veranstaltung wurde geprägt durch intensive Diskussionen zum berufspolitischen Engagement der
Beschäftigten in der Sozialen Arbeit, sowie den finanziellen und gesellschaftlichen Wert der Profession Soziale Arbeit.
Mit einer kurzen Einführung, was der DBSH ist und wie dieser im DBB und international im IFSW verankert ist stieg der Bundesvorsitzende seinen lebendigen
Vortrag ein. Unterstützt wurde er durch Prof. Dr. Joachim Wieler, der ausführlich über die Entstehung und Geschichte des DBSH und seine internationale Vernetzung zu informieren wusste. Die Entwicklung der Löhne und Gehälter erklärte Herr Leinenbach am Beispiel der aktuellen Tarifverhandlungen des TVöD und
der vor kurzen erzielten Einigung zur Eingruppierung von Sozial ArbeiterInnen und ErzieherInnen im Sozial- und Erziehungsdienst (S+E). Die direkte Teilnahme unseres Bundesvorsitzende an den Verhandlungen führte dazu, dass der Bericht
sehr anschaulich und lebendig war. In diesem Zusammenhang erzählten mehrere Gäste, dass ihnen in Thüringen zum Teil Stellen für ca. 1.600 Euro Brutto angeboten werden. Dies liegt unter anderem daran, dass in den
Stellenausschreibungen Erzieher gleichrangig neben Sozial Arbeitern gesucht werden. Dabei geht die Tendenz dann eindeutig zum Erziehergehalt.
Der DBSH kann in solchen Situationen keiner Stellenbewerberin und keinem Stellenbewerber vorschreiben, wie sie oder er sich zu verhalten hat. Er ist aber der eindeutigen Auffassung, dass man für
eine staatlich anerkannte Hochschulausbildung auch dementsprechend entlohnt werden muss. Heidi Strohmenger/ Benjamin König (beide DBSH Thüringen)
Symposium Ethik 2010 des DBSH
So hätte die generelle Fragestellung des ersten „Symposium Ethik“ lauten können, das derDeutsche Berufsverband für Soziale Arbeit zusammen mit der Hochschule für Technik und Wissenschaft des Saarlands, Fakultät für Sozialwissenschaften am 22. und 23. April in Saarbrücken veranstaltete. Ca. 120 Interessierte aus der Praxis und Lehre der Sozialen Arbeit diskutierten engagiert in Vorträgen und sechs Arbeitsgruppen zur Definition Sozialer Arbeit, zur sozialen Gerechtigkeit, zu Menschenwürde und –rechten, zum beruflichen Verhalten und zu internationalen Abkommen.
Was ist das Gemeinsame (in) der Sozialen Arbeit – diese Frage gewinnt nicht nur angesichts der zunehmenden Differenzierung der Arbeitsfelder (und Ausbildungen) der Sozialen Arbeit an Bedeutung: Soziale Arbeit sieht sich in
einer Gesellschaft, die durch wachsende Widersprüche zwischen Arm und Reich, Teilhabe und Desintegration, individuelle Freiheit und Zunahme von Kontrolle gekennzeichnet ist, vor wachsende und höchst
unterschiedliche Anforderungen gestellt. In vielen Arbeitsfeldern bleibt weniger Raum für die eigene fachliche Expertise, ökonomischer Druck und rechtliche Vorgaben nehmen in einigen Arbeitsfeldern zu, während in anderen
Tätigkeitsbereichen verstärkt Hilfen angeboten werden können. Bereits mit dem Einführungsvortrag von Nicolai Paulsen, der als Präsident der europäischen Sektion des IFSW eigens aus Dänemark einreiste, wurden die zentralen Fragestellungen für eine Ethik der Sozialen Arbeit deutlich. Der Ursprung der Sozialen Arbeit begründet sich historisch im christlich-jüdischen Menschenbild und in ihrer Weiterentwicklung in den Menschenrechten. Was aber bedeutet dies für die Auseinandersetzung eines jeden Sozialarbeiters mit den jeweiligen Bedingungen in den einzelnen Ländern? Das aber sei nicht die einzige Fragestellung für unseren Beruf. In der Praxis stehen oftmals Werte von Freiheit und Selbstentscheidung denen von Hilfestellung und von der Gesellschaft gewünschter Integration entgegen. Eine Sicherheit in der Beantwortung dieser und anderer Fragestellungen und Konflikte kann die „Ethik der Sozialen Arbeit“ bieten, die es auf internationaler und nationaler Ebene ständig weiterzuentwickeln gilt. In den sich anschließenden Arbeitsgruppen wurde auf der Basis von theoretischen Inputs der hervorragenden ReferentInnen über die von Paulsen genannten ethischen Anforderungen und die damit verbundenen möglichen Konflikte und Chancen intensiv diskutiert. Immer wieder standen dabei die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen einer professionsbezogenen Ethik für die konkrete berufliche Praxis und die ethische Verortung der Sozialen Arbeit insgesamt im Vordergrund. Einen ersten Ansatzpunkt ergab der Einführungsvortrag in der Arbeitsgruppe zur sozialen Gerechtigkeit. Soziale Arbeit in Wissenschaft und Praxis bedarf einer klaren Positionierung, die sich aus ihrer Geschichte, aus ethischen Prinzipien und der Würde des Menschen ableiten lässt. In der Diskussion wurde dann sehr schnell deutlich, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit große Defizite bestehen. Trotz der Geltung der internationalen Definition Sozialer Arbeit, wie sie von den Berufsverbänden und Hochschulen in Montreal im Jahr 2000 verabschiedet und in der entsprechenden Arbeitsgruppe vorgestellt wurde, besteht nach wie vor kein gemeinsames Verständnis von dem, was Soziale Arbeit – insbesondere in ihrem ethischen Konzept – zu leisten hat. So bleibt die Weiterentwicklung des Professionsverständnisses und seiner ethischen Grundlagen eine wichtige Aufgabe. Die Schwierigkeiten bei diesem Prozess wurden in der Arbeitsgruppe zum „Code of Ethics“ diskutiert. Welche Bedeutung hat eine berufsbezogene Ethik, die Vorgaben für das eigene berufliche Verhalten macht, wenn die Beauftragung diesen Prinzipien widerspricht? – dies war eine der Fragestellungen. Letztendlich, so die DiskussionsteilnehmerInnen, fallen solche Arbeitsbereiche aus der Sozialen Arbeit heraus. Eine ähnliche Fragestellung bildete sich auch auf internationaler Ebene bei der Entstehung der ethischen Prinzipien ab: Wie war mit der Ambivalenz zwischen Universalität von Menschenrechten einerseits und dem Recht auf das kulturell geprägte „eigene“ Leben umzugehen? Letztendlich habe sich ein Verständnis entsprechend der Traditionen der Sozialen Arbeit durchgesetzt. Die Schwierigkeit, auf internationaler Ebene zu Abkommen zu gelangen, die auch eine handlungsrelevante Bedeutung für die Soziale Arbeit haben, wurde in der Arbeitsgruppe zu „Internationalen Abkommen“ deutlich. Die Geltung von Ethik scheint auch für die Soziale Arbeit, sowohl im internationalen, als auch im nationalen Kontext immer eine individuelle Anfrage an das eigene berufliche Verhalten, wie auch das Ergebnis von Aushandlungsprozessen mit den jeweils Beteiligten zu sein. In den drei weiteren Arbeitsgruppen „Menschenrechte und Menschenwürde“, „Definition Sozialer Arbeit“ und „Berufliches Verhalten“ wurden Begründungen und Anforderungen für eine Ethik der Sozialen Arbeit diskutiert. Der Begriff der „Menschenrechte und Menschenwürde“ sei keinesfalls eine inhaltlich beliebig zu interpretierende Leerformel, sondern findet Ausdruck als moralische Selbstverpflichtung, in Rechtspflichten und der Anerkennung des Menschenrechtsgedankens und erfordere eine politisch – institutionelle Etablierung. Als These zur Definition Sozialer Arbeit wurde die „Professionsethik als kritisch-konstruktive, argumentativ begründende Reflexion moralischer Dimensionen und normativer Grundlagen der Sozialen Arbeit“ beschrieben. Daran anknüpfend erschien es nur folgerichtig, wenn in der Arbeitsgruppe zum „Beruflichen Verhalten“ Kriterien für eine Weiterentwicklung berufsverbandlicher Sozialarbeitsethik diskutiert wurden. Als Mangel der berufsverbandlichen Ethik des DBSH wurde einerseits darauf hingewiesen, dass die Ethik nicht auf die Leistungsfähigkeit und das fachliche Profil Sozialer Arbeit eingehen würde und sich auf einen beruflichen Verhaltenskodex begrenze. Die internationale Ethik wiederum würde sich allein auf Kriterien der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit beziehen, ohne auf das Wirken der Sozialen Arbeit im Lindern sozialer Nöte einzugehen. Eine verbesserte Ethik müsse die ethische Kompetenz der Sozialen Arbeit betonen und Grundsätze des Handelns aufzeigen. Entsprechend sei in der Berufsethik zwischen ethischen Prinzipien (Beruflichkeit und ethische Bezugspunkte in professioneller Sozialer Arbeit) und Bestimmungen für Mitglieder (zum ethischen Handeln und zur beruflichen Identität) zu unterscheiden. Besonders interessant in allen Diskussionen der Arbeitsgruppen war immer wieder der Wechsel zwischen Fragen zur eigenen Verortung (in der Praxis und im Beruf) und der Reflexion ethischer Ansprüche. Die anschließende Vorstellung der Arbeitsgruppenergebnisse im Plenum konnte nur einen Eindruck über die Tiefe der immer sehr engagierten Diskussionen vermitteln. Die Vorsitzenden des DBSH, Michael Leinenbach und Gabriele Stark-Angermeier, bedankten sich bei den ReferentInnen und wiesen auf das mit dieser Veranstaltung gelungene Netzwerk zwischen Praxis und Theorie hin. Die Diskussion um eine Erweiterung des berufsverbandlichen Verständnis von Ethik, ihrer Bedeutung für die berufliche Identität und als ethischer Bezugsrahmen für die Soziale Arbeit werde fortgesetzt. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen seien eine wertvolle Bereicherung für diese Diskussion. Ihr besonderer Dank galt besonders den ReferentInnen und ModeratorInnen, die erst den spannenden und ertragreichen Verlauf des Symposiums ermöglicht haben. Besonders glücklich war man über die Einladung der SRH Hochschule Heidelberg an den DBSH, vom 10. bis 12. Mai gemeinsam den 2. Berufskongress Soziale Arbeit durchzuführen. Mit einem kleinen Animationsfilm über Heidelberg und die Hochschule machte der Studiendekan Prof. Dr. Martin Albert Mut für eine Fortsetzung der berufsbezogenen Diskussionen zur Sozialen Arbeit. Wilfried Nodes
Bundesmitgliederversammlung des DBSH am 24. April 2010 in Saarbrücken Bereits den TeilnehmerInnen des 1. Ethiksymposiums des DBSH am vorhergegangenen Donnerstag und Freitag musste die konzentrierte und zugleich schöne Arbeitsatmosphäre auffallen. Ob sich diese Erfahrung auch auf die nachfolgende Bundesmitgliederversammlung übertragen ließ, das war eine der spannenden Fragen zu Beginn: Denn während in der Vergangenheit die BMV fast zwei Tage für ihr Arbeitspensum benötigte, musste nunmehr ein Tag ausreichen. Unter der Moderation von Thomas Greune und Michael Richter gelang dieses Experiment, auch wenn sich einige der Besucher und Delegierten für formale Diskussion weniger und für inhaltliche Fragen mehr Zeit gewünscht haben.
Zunächst musste sich die BMV – nach der bereits erfolgten Änderung der Satzung – eine neue Geschäftsordnung geben, was nach kurzer Diskussion und drei Änderungen mit großer
Mehrheit erfolgte. Traditionell nimmt der Geschäftsbericht des Vorstands auf der BMV einen großen Stellenwert ein. Der Bericht bietet immer wieder die Gelegenheit, die Entwicklung der letzten Zeit kritisch zu reflektieren. Auffallend die
unterschiedlichen Erwartungen: Manche Delegierten wünschten sich einen viel kürzeren und weniger auf das Umfeld des DBSH eingehenden Bericht, andere finden genau dies wichtig. Ähnlich kontrovers auch die Sichtweise
zur Darstellung der Tätigkeit der einzelnen Arbeitsbereiche. So gab es viele Rückfragen und auch Anregungen zur Entwicklung der Funktionsbereiche, zur Pressearbeit und vielem mehr.
Nachfolgend berichteten dann noch die Funktionsbereiche des DBSH, das Berufsregister, das DBSH-Institut und die Öffentlichkeitsarbeit.
Dann galt es noch, einen wichtigen Beschluss zu treffen. Die neue Satzung und die Dauer der Wahlperiode des GfV sind noch nicht miteinander synchronisiert. Um eine gesonderte Wahlversammlung in 2011 zu vermeiden, beschloss die BMV dann,
„die nächsten Wahlen des GfV in der regulären Mitgliederversammlung im Jahr 2012 durchzuführen.“ Die weitere Diskussion zum Geschäftsbericht bezog sich auf den Bericht der Rechnungsprüfung für die
Haushaltsjahre 2008 und 2009. Neben der Klärung von Detailfragen empfahlen die RechnungsprüferInnen die Entlastung des Vorstands. Als Tagesordnungspunkt 8 erfolgte dann die Entlastung des Vorstandes für die Jahre 2008
und 2009 Während der Geschäftsbericht dazu einlädt, Rückblick zu halten, beschreibt die Diskussion über den
Haushaltsplan auch die Perspektiven des Verbandes. Nach wie vor gilt das Vorhaben der Delegierten, verstärkt Rücklagen für die Zukunftssicherheit des DBSH zu bilden. Um das zu schaffen, wurde auch
darüber diskutiert, ob nicht eine Sitzung des EBV im Jahr 2011 ausreichend sein kann. Dem wurde nicht zugestimmt. Auch bei der Verabschiedung des Haushaltsplanes für 2010 und 2011 demonstrierte die BMV große
Einigkeit – er wurde einstimmig angenommen. Anträge
Zentraler Punkt bei fast jeder BMV ist die Diskussion von Anträgen der Mitglieder und Organe des DBSH. Saarbrücker Erklärung Casemanagement Internet-Präsenz Ehrung
Die Ehrenvorsitzende des DBSH, Hille Gosejacob-Rolf, überreichte Dorothea Götsch-Ulmer für ihr langjähriges Engagement die goldene Ehrennadel des DBSH. Besonders hob sie ihre langjährige Vorstandstätigkeit, das Engagement für die Weltkonferenz und ihr frauenpolitisches Wirken hervor. Um 17:00 konnte Michael Leinenbach als Vorsitzender die Versammlung schließen. Er bedankte sich bei den Delegierten für die konzentrierte und konstruktive Arbeit. Wilfried Nodes
Sozialarbeiter sehen Sozialstaat und sozialen Frieden in Gefahr Der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) warnt in seiner "Saarbrücker Erklärung" angesichts der fortgesetzten Kürzungen bei sozialen Leistungen und Diensten vor einer
wachsenden Spaltung der Gesellschaft. Stattdessen fordert der Verband von der Politik ein wirkliches „Armutsbekämpfungskonzept“ und eine solidarische Beteiligung der Bezieher von höheren Einkommen und von Unternehmen an den
Sozialkosten. Um dies durchzusetzen, müsse die Soziale Arbeit politischer werden, so der 1. Vorsitzende des DBSH, Michael Leinenbach: „Es ist ethische Verpflichtung der Profession sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen“.
Mehr dazu auf unserer Sonderseite unter
Von Donnerstag bis Samstag (12. - 16. Mai 2010) war der DBSH auf der AGORA des Ökumenischen Kirchentages Anlaufpunkt für Mitglieder und Interessierte der Sozialen Arbeit. Mitten im Themenbereich „Arbeit und Arbeitswelt“ waren wir neben Gewerkschaften, wie VER:DI und GEW anderen Berufsverbänden und Arbeitnehmervertretungen gut platziert und die Präsentation vielfach hoch anerkannt. In den vielen Gesprächen wurde das Angebot des DBSH vorgestellt, über aktuelle Entwicklungen diskutiert und darüber wie wichtig es ist sich verbandlich zu organisieren. Ein reich gefülltes Gestebuch gibt Zeugnis über die Vielzahl der Besucher.
Durch solche guten Auftritte des DBSH werden wir auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Viele interessierte Besucher unseres Standes hörten hier zum ersten Mal vom Berufsverband der Sozialen Arbeit.
Der Erfolg eines Standes lebt auch von den Mitwirkenden, deshalb an dieser Stelle ein herzlicher Dank an alle Helferinnen und Helfer! Es war eine tolle Zeit auf dem ÖKT! „Action FISCH” - Wieviel Interessenvertretung braucht die Sozialarbeit? In der Diskussionsrunde „Action FISCH“ am 5. Mai nahmen viele zukünftige Sozialarbeiter der FH Jena
die Möglichkeit wahr, mit den Gewerkschafts- und Berufsverbandsvertretern Gerd Dillmann (ver.di), Gotthard Schmidt (GEW), Benjamin König (DBSH), Marcel Helwig (GEW) zu debattieren und auf ihre kritische Situation aufmerksam zu machen: Im Dialog mit dem Bundesvorsitzenden des dbb
In angenehmer Atomsphäre wurden Fragestellungen zur Sozialen Arbeit, der
Akademisierung des Erzieherberufes, der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik sowie der Europäischen Gewerkschaftsarbeit erörtert. Sozial – und Erziehungsdienst fest im Blick In einem ersten Gespräch in Köln am 30.03.10 erläuterten Gaby Böhme, Vorsitzende der Bundestarifkommission des DBSH und Michael Leinenbach gemeinsam mit Uli Silberbach (2. Vorsitzender der KOMBA Gewerkschaft und Vorsitzender der KOMBA in NRW) und Michael Kaulen (Abteilungsleiter und Tarifkoordinator der KOMBA NRW) die Auswirkungen des neuen Tarifvertrages für den Sozial- und Erziehungsdienst in der Praxis. In der weiteren Diskussion wurden Chancen der Zusammenarbeit zwischen den beiden Mitgliedsgewerkschaften im dbb beamtenbund und tarifunion erläutert. So organisiert die KOMBA u.a. Erzieher/innen, Sozalarbeiter/innen und Sozialpädagog/innen in den Kommunen unter Ihrem Dach. „Ich sehe gemeinsame tarifliche und fachliche Interessen bei der Vertretung der Mitglieder und in der KOMBA Gewerkschaft für uns eine wichtige Partnerin“, so Gaby Böhme. Alle Beteiligten waren sich einig, dass diesem ersten konstruktiven Austausch weitere folgen sollen. (Gaby Böhme / Michael Leinenbach) BTK auf dem Weg nach Europa
Die Bundestarifkommission des DBSH stellte sich in ihrer Sitzung vom 26. bis 28. Februar 2010 verschiedenen Fragestellungen zum Thema Europa. Zunächst erläuterte
Christian Moos von der Stabstelle Europa des dbb die Strukturen und Verträge der Europäischen Gemeinschaft. Ein besonderes Augenmerk warf er in seiner Erläuterungen auf die Europäische Sozialpolitik,
den Arbeitsmarkt in Europa sowie die Europäische Gewerk- schaftsarbeit. Abgerundet wurde das Seminar durch die Vorstellung des IFSW Europa. Frau Stark-Angermeier
erläuterte die Vertretungsmöglichkeit in Europa und stellte die Arbeitsweisen sowie die Möglichkeiten zur Einflussnahme vor. Gäste feierten 20 Jahre Entwicklung der Disziplin und Profession der Sozialen Arbeit
In den einführenden Vorträgen zeichneten Prof. Dr. C. Wolfgang Müller und Prof. Dr. Peter Sommerfeld die historischen Entwicklungslinien der wissenschaftlichen Fundierung der Profession nach und stellten
die Perspektiven und Anforderungen an die Disziplin und Praxis vor. Abends wurde das Jubiläum im festlichen Rahmen gefeiert und die herausragende Arbeit für die Theorieentwicklung der Sozialen
Arbeit von Prof. Dr. Silvia Staub-Bernasconi und Prof. Dr. Rolf. W. Wendt gewürdigt. Am zweiten Tag boten die einzelnen Fachgruppen der DGSA Workshops zu Themen in der
Gemeinwesenarbeit, Klinischen Sozialarbeit, Forschung, Promotionsförderung und systemischer Sozialarbeit an. In Dialogen und Polilogen wurden soziale Probleme aus verschiedenen Perspektiven
transdisziplinär behandelt. Einen gelungenen Abschluss fand die Tagung mit einer Betrachtung der Ergebnisse durch das Improvisationstheater ImproKom. Bundeskongress für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen: Umdenken erforderlich Auf dem Bundeskongress für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen im Oktober 2009 waren sich die Vertreter aus Sozialer Arbeit, Medizin und Pflege einig, dass die Vernetzung, Koordination und Kooperation wesentliche Aufgabenbereiche im Gesundheitswesen sind und nur durch eine enge Kooperation der Berufsgruppen sinnvoll geleistet werden kann. „Es ist unabdingbar, dass die Rolle der Sozialen Arbeit als dritte Säule der Patientenversorgung neben Medizin und Pflege gestärkt werden muss“, sagte der 1. Vorsitzende der Deutschen Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen – DVSG, Ulrich Kurlemann.
Michael Leinenbach, 1. Vorsitzender des DBSH und Friedrich Maus, Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand nahmen als Gäste und Referenten an dem Bundeskongress
teil. Die DVSG ist eine neue Mitgliedsorganisation im DBSH, gemeinsam verfolgt man das Anliegen einer besseren Anerkennung der Profession Soziale Arbeit. Eine von der DVSG in Auftrag gegebenes und vorgestelltes
Gutachten nannte hierzu, bezogen auf das Gesundheitswesen, drei denkbare Varianten: 1. ein Berufsgesetz für die Soziale Arbeit insgesamt, 2. Die Aufnahme der Sozialen Arbeit in den Sozialgesetzen und 3.
die Anerkennung der Sozialen Arbeit als Heilberuf. Während einer sich anschließenden Podiumsdiskussion betonte Michael Leinenbach die gemeinsamen Kompetenzen und den ethischen Bezugsrahmen der
Profession, während Friedrich Maus vor einer Definition der Profession als Heilberuf warnte. Dies würde einerseits zu einer weiteren Segmentierung des Berufes führen und letztlich zu einer
Unterordnung der Sozialen Arbeit unter ein von Krankenkassen und Ärzten bestimmtes Gesundheitssystem führen. Soziale Arbeit aber müsse über die Grenzen einzelner Leistungssysteme hinweg agieren können. ConSozial
Der DBSH setzt sich für eine umfassende Verbesserung der Qualifikation, Arbeitsbedingungen und Bezahlung von ErzieherInnen ein In der Fachdiskussion wird immer wieder eine Akademisierung des Erzieherberufes gefordert, um die
Tätigkeit in Kindertageseinrichtungen zu qualifizieren. Dem schließt sich auch der DBSH an. In einer ausführlichen Stellungnahme weist der DBSH aber darauf hin, dass diese Forderung nicht oberste
Priorität hat: „Wenn die anderen Faktoren stimmen, wie z.B. kleinere Gruppengrößen, reguläre Arbeitsverhältnisse, Fortbildungsangebote, eine bessere Ausstattung, Aufstiegsmöglichkeiten, usw. -
dann ist bereits heute eine gute Arbeit möglich. Dies ist dem hervorragenden Engagement der ErzieherInnen zu verdanken“, so der DBSH-Vorsitzende Michael Leinenbach. DBSH: Neues Berufsbild für SozialarbeiterInnen Was macht die Profession der Sozialen Arbeit aus, was grenzt sie von anderen Berufen ab? Welche Aufgaben übernehmen SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen. Mit dieser Frage beschäftigte
sich der DBSH erstmals auf seiner Bundesmitgliederversammlung 1997. DBSH wirkt an “Frankfurter Erklärung” der Bundesarbeitsgemeinschaft der Hochschullehrer/innen des Rechts in den Fachbereichen der Sozialen Arbeit (BAGHR) mit
Am 23. und 24. Januar traf sich in Frankfurt die BAGHR. Im Scherpunkt befasste sich die Tagung mit den tariflichen und arbeitsrechtlichen
Bedingungen von SozialarbeiterInnen. Eröffnet wurde die Zusammenkunft mit einer öffentlichen Diskussion mit 100 TeilnehmerInnen zu den aktuellen Verhandlungen um die Eingruppierung von SozialarbeiterInnen im TvÖD. Prof.
Papenheim erläuterte die Entwicklung des Status der SozialarbeiterInnen im BAT und im nachfolgenden TvÖD. Herr Eibeck von der GEW dokumentierte die im Vergleich zu den früheren BAT-Angestellten besonders hohen
Einkommensverluste für neu eingestellte TvÖD - Mitarbeiter und begründete so die Gewerkschaftsforderung nach Einstufung von ErzieherInnen in die EG 9 und von SozialarbeiterInnen in die EG 10. Michael
Leinenbach stellte den Tarifentwurf des DBSH vor, der insbesondere eine größere Spannbreite und objetivere Kriterien für mögliche Höhergruppierungen beinhaltet. Prof. Oxenknecht-Witzsch erläuterte die aktuelle tarifliche Situation bei
den kirchlich orientierten Einstellungsträgern. Im Verlauf der Veranstaltung wurde die besondere Nähe des DBSH zur Arbeitssituation von SozialarbeiterInnen und ErzieherInnen deutlich.
Nachdem die öffentliche Versammlung ein entsprechendes Mandat erteilt hat, wurde am Folgetag unter Mitwirkung des DBSH eine “Frankfurter Erklärung” erarbeitet, in der neben einer allgemeinen
Forderung zur besseren Vergütung von SozialarbeiterInnen insbesondere darauf hingewiesen wird, dass Sozialarbeit als Frauenberuf besonderen Diskriminierungen ausgesetzt ist. Im Hinweis auf
entsprechende Strukturen sehen die Juristen eine Möglichkeit rechtlich eine Höherbewertung durchzusetzen. Die Erklärung finden Sie Nicht zuletzt ermöglichte das Gespräch mit der BAGHR eine bessere zukünftige Zusammenarbeit
insbesondere bei rechtlichen Fragestellungen und Veröffentlichungen in “Forum SOZIAL”. (wn) |